Frieden für Angsthasen

Als kleiner Junge war ich ein großer Angsthase! Manchmal waren meine Eltern abends unterwegs. Und mein vier Jahre jüngerer Bruder und ich blieben zu Hause allein. Da musste im Kinderzimmer und im Flur überall das Licht brennen. Ich drehte das Radio laut auf, und wir hörten die Hitparade oder ein Hörspiel. Das gab uns das Gefühl, nicht allein zu sein. Wenn die Eltern dann länger weg blieben als angekündigt, krochen in mir Ängste und Sorgen hoch. Wo blieben die nur? War vielleicht irgendwas Schlimmes passiert? – Erst, wenn ich ihre Stimmen hörte und unten die Haustür aufging, konnte ich beruhigt einschlafen. Dann war wieder alles gut! – Wir Menschen kennen alle Ängste. Und wir leiden darunter – mehr oder weniger. Ängste rauben uns den Schlaf. Wir bekommen Schweißausbrüche oder Magenschmerzen. Oder rote Ohren und eine Gänsehaut. Angst beeinflusst unser gesamtes Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Wer von irgendeiner Phobie, also einer in der Regel unbegründeten Angst leidet – wie etwa unter Platzangst, Höhenangst, harmlosen Spinnen oder Zahnärzten -, und dabei in Panik verfällt, der kann gut nachempfinden, wie quälend so was sein kann. ostern2015Die Verhaltenstherapie vermag da ganz gute Hilfen zu geben, wie man das in den Griff kriegt und gut auch ohne ein ständiges mulmiges Gefühl leben kann. Doch es gibt ja auch viele begründete Ängste, die uns umtreiben können. Die sind durchaus berechtigt und bereiten uns Kopfzerbrechen. – Die Freunde von Jesus Christus waren am Osterabend auch voller Angst. Sie hatten sogar alle Türen des Hauses verrammelt. Aus Furcht, man könnte sie genauso wie Jesus aufspüren, gefangen nehmen und hinrichten. Da kam der auferstandene Jesus zu ihnen und sagte: „Fürchtet euch nicht! Ich bringe euch Frieden!“ So ein Zuspruch tut gut. Er gibt Sicherheit und beruhigt die Nerven. Gott kommt mir nahe und versteht meine Sorgen. Ich kann gelassen bleiben, auch wenn die Angst nicht sofort verschwindet. Aber ich kann abwarten, ohne mich von den Bildern, die ich mir im Kopf ausmale, zermürben zu lassen. – Es kann dabei schon sehr hilfreich sein, wenn wir Leute um uns herum haben – in der Familie oder im Freundeskreis -, die sofort da sind, wenn es uns schlecht geht. Die bei Tag und Nacht kommen, einfach neben uns sitzen, uns zuhören, uns beruhigen. Oft ist der Gedanke eines Menschen von außen bedeutsam, um unser Gedankengebäude mit den ganzen Bedenken, Ängsten und Zweifeln zu durchbrechen und uns eine Schau zu vermitteln, wie es auch zugehen könnte. Gott kann uns in einem solchen Menschen begegnen, unser Gemüt wieder aufrichten und uns eine neue Sicht für unsere Zukunft geben. Und manchmal spüren wir es sogar ganz direkt in unserem Kopf und Herzen, dass wir loskommen von einer Angst und wieder Frieden bei uns einzieht. Die Osterbotschaft erinnert uns daran, wie durch eine Begegnung mit Gott aus verzweifelten Leuten wieder mutige und furchtlose werden. Ich wünsche Ihnen, dass Sie diesen Friedensgruß von Jesus Christus auch hören und zur Ruhe finden können.