Es kann jeden von uns treffen

Mir imponierte mal eine Fernsehmoderatorin, die zwei Krebsoperationen hinter sich hat. Trotz dieser schweren Erkrankung mit einer monatelangen Rehabilitation verzweifelte sie nicht und geht mutig durchs Leben. Sie lernte dieses Schicksal als Teil ihres Lebens zu bejahen und gelassener zu werden. Jedenfalls hat sie das so öffentlich gesagt. Als Jugendlicher hatte ich seltsame Vorstellungen vom Leben. Ich war überzeugt von einem sorgenfreien Leben ohne größere Probleme und Schicksalsschläge. Eben, dass schon alles gut gehen würde und man unbeschwert durchs Leben kommen könnte. Wenn auch andere schwer litten, das würde doch mir nicht passieren! – So denkt man als gesunder Jugendlicher und lebt ohne Sorgen und ohne Angst vor schlimmen Unglücksfällen in den Tag hinein. Später begriff ich, dass Verluste, Krankheit und Enttäuschungen jeden treffen können. Ja, früher oder später holt das – na, ich sage mal fast – jeden Menschen ein. Meine geliebten Großeltern starben an Krebs, später meine Mutter – mit 62 Jahren. Krankheiten wurden bei mir festgestellt, mit denen ich leben muss. Die sind zwar nicht lebensbedrohlich, aber ich muss zeitlebens verschiedene Pillen schlucken. Es gab auch Zeiten des Scheiterns und Versagens. Wo etwas nicht gelungen ist und ich unter schmerzlichen Konsequenzen leiden musste. Das war und ist nicht schön! – Das ganze Leben ist eine einzige Herausforderung, mit solchen Situationen umzugehen. Manchmal habe ich den Eindruck, ich würde ständig getestet. Nach einer unbeschwerten Zeit kommt garantiert wieder eine Prüfung, so ein schwieriges Problem oder eine schlechte Nachricht, die mich plötzlich umhaut und erst mal lahmlegt. Wo sich alles an Nöten ballt und ich erst mal nicht mehr ein noch aus weiß. Im Laufe der Zeit habe ich solche Bewährungsproben immer mehr auch als Chancen begriffen. Jeder Tag meines Lebens ist ja ein wichtiger Tag, denn ich lebe nur einmal! Und jeder Moment ist eine Möglichkeit, meinen Charakter zu stärken.

nicht nur hinfallen, sondern auch wieder aufstehen ...In der Bibel steht ein Satz, der mich nachdenklich macht:
„Glücklich ist der zu nennen, der die Bewährungsproben besteht und im Glauben fest bleibt. Gott wird ihn mit dem Sieg, dem ewigen Leben, belohnen.“ Das bedeutet für mich: Mich nicht unterkriegen lassen, wenn schwere Lasten mich nieder drücken! Nicht am Boden liegen bleiben, sondern aufstehen! Nicht jammern, sondern nach Lösungen suchen! Sich an Gott festhalten, wenn alle Stricke reißen! – Das ist für mich immer wieder neu eine Herausforderung – vielleicht schon morgen, wenn mich wieder etwas Schlimmes überfällt. Ob dieser Satz aus der Bibel eine Spur sein könnte, selbst im dunklen Tal Glück zu empfinden – so makaber das auch klingen mag? Ich will lernen, mich nicht durch Schwierigkeiten in Panik versetzen zu lassen, sondern Ruhe darin zu bewahren und gelassen zu bleiben. Es könnte mir helfen, glücklicher zu werden!

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